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ColonScreen®

Ein diagnostischer Test zur Beurteilung der Prädisposition für familiäre adenomatöse Polyposis und ein Kolon-Rektumkarzinom

Für wen?

Der ColonScreenwird durchgeführt, wenn in der Familie:

• Tumoren bereits im Jugendalter aufgetreten sind
• Mehrere Personen vom gleichen Tumortyp oder miteinander in Zusammenhang stehenden Tumoren betroffen sind
• Personen von mehreren Tumoren betroffen sind

Insbesondere:

• Bei einer in der Familie bekannten Mutation an einem der Gene, die mit einer Prädisposition für Kolon-Rektumkarzinome / familiäre adenomatöse Polyposis assoziiert werden
• Bei Kolon-Rektumkarzinomen, die im Alter von ≤ 50 Jahren diagnostiziert werden
• Bei Uterus- oder Ovarialkarzinomen mit früheren gastrointestinalen Tumoren in der Familie
• Bei Personen mit mehr als einem Tumor, der mit dem Lynch-Syndrom assoziiert wird (z. B. Kolon-Rektum- und Uteruskarzinom)
• Bei drei oder mehr Fällen in der Familie von Kolon-Rektum-, Ovarial-, Uterus-, Magen- oder anderen Karzinomen, die mit dem Lynch-Syndrom assoziiert werden
• Bei Ergebnissen im Test zur Mikrosatelliteninstabilität oder bei der immunhistochemischen Analyse des Tumors, die auf eine geminderte Fähigkeit zur Reparatur von Fehlern bei der DNA-Replikation schließen lassen
• Bei mehrfachen Primärtumoren beim gleichen Patienten
• Bei mehreren Familienmitgliedern (auf einer Seite) mit Kolon-Rektumkarzinom oder anderen Tumorarten

Was wird diagnostiziert?

Der ColonScreen-Test ermittelt mittels einer DNA-Analyse die Prädisposition für die Entwicklung eines Kolon-Rektumkarzinoms oder von familiärer adenomatöser Polyposis.
Der Test über die genetische Prädisposition richtet sich an Personen, bei denen sich nach einer gründlichen Familienanamnese eine erhöhte und spezifische Inzidenz von neoplastischen Erkrankungen in den vorangehenden Generationen ergibt und die demzufolge mit einem erhöhten Risiko Träger von Keimzellenmutationen sind.

UNTERSUCHTE GENE

(Format: PDF; Größe: 0,3 Mb)

Ablauf des Tests

 

Für den ColonScreen-Test wird eine Blutentnahme durchgeführt. In einer komplexen Laboranalyse wird die DNA mittels PCR-Technik vervielfältigt, und mit Hilfe der ILLUMINA-Sequenzer und des hochentwickelten technologischen MPS-Prozesses (Massive Parallel Sequencing), der mit den NGS-Techniken (Next Generation Sequencing) arbeitet (Exons und benachbarte intronische Regionen, ±5 Nukleotiden), werden 12 Gene sequenziert, die bei einem Großteil der Fälle von erblicher Prädisposition für die Entwicklung von Kolon-Rektumkarzinomen und familiärer adenomatöser Polyposis beteiligt sind.

Die auf diese Weise erhaltenen Gensequenzen mit erhöhter Interpretationsgenauigkeit werden im Anschluss mittels einer hochentwickelten bioinformatischen Analyse auf eventuelle Mutationen in den fraglichen Genen untersucht.

Welche Vorteile bringt der Test mit sich?

 
  • Kenntnis über die Möglichkeiten der Übertragung der Genmutationen auf die Nachkommen und Identifizierung der Kinder mit Keimzellenmutationen, die ein hohes Risiko tragen
  • Die Identifizierung derjenigen Mitglieder einer Familie, die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines Tumors haben
  • Die Erarbeitung eines medizinischen Kontrollprogramms für Personen mit hohem Risiko, mit dem eine frühzeitige Diagnose bei Auftreten des Tumors möglich ist
  • Die Einschätzung einer eventuellen Indikation von präventiver Prophylaxe

Statistiken

 

HNPCC (Hereditäres nicht polypöses kolorektales Karzinom)

HNPCC (Hereditäres nicht polypöses kolorektales Karzinom - HNPCC), auch bekannt als Lynch-Syndrom, ist eine autosomal-dominant vererbte Tumorerkrankung, die durch zwei phänotypische Varianten gekennzeichnet ist:

Lynch-Syndrom I,
gekennzeichnet durch das Auftreten eines Kolonkarzinoms im Alter von durchschnittlich etwa 45 Jahren.

Lynch-Syndrom II,
bei dem sich zusätzlich zu dem Kolonkarzinom Tumoren außerhalb des Kolons an der Gebärmutterschleimhaut, an den Eierstöcken, am Magen, am Harntrakt oder an den Gallengängen bilden.

Die Ursache für HNPCC ist eine Mutation an einem der 4 Gene, von denen man nach aktuellem Kenntnisstand weiß, dass sie in allen Körperzellen an der Kontrolle und Reparatur von Fehlern bei der DNA-Replikation beteiligt sind. Etwa 90% der Mutationen erfolgen an Gen MSH2 und MLH1 (60% an MSH2 und 30% an MLH1), während die Gene PMS1 und PMS2 nur selten betroffen sind. Kommt es an einem dieser Gene zu einer Mutation, nimmt die Fähigkeit zur Reparatur von Fehlern, die während der DNA-Replikation auftreten, ab. In der Folge sammeln sich die Mutationen in der Zelle an und führen zur Entstehung des Karzinoms.

Das Risiko zur Herausbildung eines Kolonkarzinoms liegt in der allgemeinen Bevölkerung derzeit bei schätzungsweise 6%. Für Patienten (sowohl Frauen als auch Männer), die Träger von HNPCC-Mutationen sind, liegt das Risiko, einen Kolontumor zu entwickeln, bei etwa 75-90%.

Karzinome außerhalb des Kolons sind ernste Komplikationen, von denen das Endometriumkarzinom mit einem Gesamtrisiko von um die 30% verglichen mit 3% in der allgemeinen Bevölkerung das häufigste ist. Das Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken, ist 3,5 Mal höher und kann im Vergleich zur Referenzbevölkerung 20 Jahre früher auftreten.

Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP)

Die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP oder Adenomatosis coli oder familäre Polyposis in Kolon und Rektum) ist ein relativ seltenes Syndrom, das durch das Auftreten von Hunderten oder Tausenden Adenomen in den verschiedenen Abschnitten des Dickdarms normalerweise im Jugendalter gekennzeichnet ist. Bleibt die FAP unbehandelt, führt die Erkrankung fast unweigerlich zur Entstehung eines oder mehrerer kolorektaler Karzinome üblicherweise in der dritten oder vierten Lebensdekade. Maligne Läsionen lassen sich durch eine sorgfältige endoskopische Überwachung und einen frühzeitigen chirurgischen Eingriff vermeiden. Die FAP ist demnach eine „obligatorische“ Präkanzerose, in dem Sinne, dass sich bei der betroffenen und nicht rechtzeitig behandelten Person mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein invasives Karzinom bilden wird.

Die FAP ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit häufig erhöhter Penetranz. Daraus folgt, dass mit Hilfe einer sorgfältigen Stammbaumanalyse die gefährdeten Personen identifiziert und bei diesen mit einer genauen endoskopischen Überwachung begonnen werden kann. Noch leichter wird dies heutzutage durch die Identifizierung des nach seiner Mutation für die Erkrankung verantwortlichen Gens (APC-Gen, Adenomatöse Polyposis Coli).

Bei einem Patientenuntertyp verursacht eine Mutation im Gen MUTYH (1p34.1) eine autosomal-rezessiv vererbte Polyposis, die MUTYH-assoziierte familiäre adenomatöse Polyposis. Diese ist gekennzeichnet durch ein leicht erhöhtes Risiko der Entstehung von kolorektalen Karzinomen und Polypen / Adenomen im oberen und unteren Magen-Darm-Trakt.

Wenn der ColonScreen-Test negativ ausfällt

Keine Mutationen:
Hierdurch wird angezeigt, dass der Test in den untersuchten Genen keine Mutationen ergeben hat. Dies bedeutet, dass der Patient das gleiche Tumorrisiko wie die allgemeine Bevölkerung hat. Hier muss jedoch unterstrichen werden, dass dies nicht bedeutet, dass der Patient überhaupt keinem Risiko, einen Tumor zu entwickeln, unterliegt.

Wenn der ColonScreen-Test positiv ausfällt

Vorliegen einer oder mehrerer Mutationen:
Hierdurch wird angezeigt, dass der Test eine oder mehrere Mutationen an einem (oder mehreren) Genen ergeben hat, die für eine erblich bedingte Prädisposition für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms oder von familiärer adenomatöser Polyposis verantwortlich sind, das heißt eine mutierte Kopie des Gens aufweisen.

Ein positives Ergebnis bedeutet nicht, dass der Patient zwangsläufig einen Tumor entwickeln wird, sondern dass dieser Patient eine Prädisposition hat, einen solchen Tumor zu entwickeln. Er unterliegt also einem größeren Risiko als eine Person, die keine Mutation in sich trägt. Tatsächlich ist es so, dass nicht alle Personen, die Träger von Mutationen sind, eine neoplastische Erkrankung entwickeln. Obwohl sich durch diese Mutationen das Risiko des Auftretens eines Tumors erheblich vergrößert, entsteht ein solcher Tumor erst dann, wenn im Verlaufe des Lebens auch die normale Kopie des entsprechenden Gens mutiert.

Da jeder Mensch zwei Kopien von ein und demselben Gen erbt, muss in jeder Kopie eine Mutation stattfinden, damit die Funktion dieses Gens unterdrückt wird. Eine erneute Mutation kann folglich direkt zum Auftreten des Tumors führen. Nach der Feststellung einer Mutation kann besser beurteilt werden, wie häufig klinische Kontrollen stattfinden sollten und wie sinnvoll präventive Eingriffe sind.

Genauigkeit und Grenzen des Tests

Die derzeitig angewandten Techniken zur DNA-Sequenzierung liefern Ergebnisse mit einer Genauigkeit von über 99%. Bitte beachten Sie jedoch:

Der Test beurteilt nur die aufgeführten Gene. Der Test erkennt keine anderen Erbkrankheiten oder nicht spezifisch untersuchten Gene.

Ein „NEGATIVES“ Ergebnis – Werden an den untersuchten Genen keine Mutationen festgestellt, schließt dies nicht die Möglichkeit aus, dass die Person trotzdem Träger einer Mutation in einer Genomregion ist, die nicht vom Test untersucht wurde. In einigen Fällen kann das Ergebnis einer Genomanalyse eine DNA-Variante oder -Mutation mit einer Bedeutung enthüllen, die unklar ist oder mit dem derzeitigen medizinisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht feststellbar ist. Die Interpretation der genetischen Varianten beruht auf den neuesten, zum Zeitpunkt der Analyse verfügbaren Kenntnissen. Diese Interpretation könnte sich in der Zukunft mit dem Erwerb neuer wissenschaftlicher und medizinischer Erkenntnisse über die Genomstruktur ändern, denn diese Erkenntnisse könnten Einfluss auf die Beurteilung der Varianten nehmen.

Andere Untersuchungen

  • PrenatalSAFE
  • PrenatalSAFEKaryo
  • PrenatalScreen
  • GeneScreen
  • BreastScreen
  • ColonScreen
  • OncoScreening
  • CardioScreen

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